Sad Wife Looking At Her Ring

Fotolia 53035468 S - Scheidung und Wiederheirat

Bist du wirklich berechtigt, dir einen neuen Ehepartner zu suchen? Bitte prüfe dich und deinen Fall genau anhand der Bibel, damit dir Gottes Segen auch in Zukunft sicher ist. Denn ohne SEINEN Segen kann eine neue Ehe nicht gelingen.

Scheidung lag nie in der Absicht Gottes mit dem Menschen. Sein Ideal ist, daß ein Mann und eine Frau verheiratet bleiben, bis ihre Gemeinschaft durch den Tod auseinandergerissen wird (Röm 7,2.3). Jesus machte den Pharisäern das deutlich, indem er auf die göttliche Schöpfungsordnung hinwies (Matth 19, 4-6). Gott haßt Scheidung (Mal 2,16), d. h. nicht schriftgemäße Scheidung. Er haßt nicht jegliche Form der Scheidung, weil er selbst von sich sagt, daß er sich von Israel geschieden habe (Jer 3,8). Das geschah, weil das Volk ihn vergaß und Götzendienst trieb. Israel war untreu geworden. In Matthäus 5,31.32 und 19,9 lehrte Jesus, daß Scheidung verboten ist, außer in dem Fall, daß ein Partner sich des Ehebruchs schuldig gemacht hat. In Markus 10,11.12 und Lukas 16,18 ist der Nachsatz mit dieser Ausnahme ausgelassen worden. Der Widerspruch läßt sich vielleicht am besten dadurch erklären, daß weder Markus noch Lukas den Ausspruch vollständig wiedergeben. Deshalb, auch wenn die Scheidung nie das Ideal sein darf, ist sie in dem Fall erlaubt, wenn ein Partner untreu geworden ist. Jesus erlaubt Trennung in einem solchen Falle, aber er gebietet sie nicht. Einige Gelehrte sehen 1. Korinther 7,12-16 als eine Lehre, die die Scheidung erlaubt, wenn ein Gläubiger von einem ungläubigen Ehepartner verlassen wird. Paulus sagt, daß der übriggebliebene Partner in diesem Falle »nicht geknechtet « ist, d. h., er oder sie ist frei, eine Scheidung zu erlangen. Die Meinung des Autors dieses Kommentars ist, daß hier der gleiche Fall wie in Matthäus 5 und 19 gemeint ist, daß nämlich der Ungläubige weggeht, um mit jemandem anderen zusammenzuleben. Deshalb kann dem Gläubigen eine Scheidung nur dann gewährt werden, wenn der andere Partner Ehebruch begeht. Es wird oft behauptet, daß Scheidung im NT zwar erlaubt sei, aber die Wiederheirat nicht erwähnt wird. Dennoch geht das Argument an der Fragestellung vorbei. Wiederheirat des unschuldigen Teiles wird im NT nicht verurteilt – nur für den, der den Anlaß zur Scheidung gegeben hat. Außerdem ist einer der Hauptgründe für schriftgemäße Scheidung die Möglichkeit zur Wiederheirat, sonst würde ja eine einfache Trennung ausreichen. In jeder Diskussion dieses Themas kommt unausweichlich die Frage auf: »Was ist mit den Menschen, die sich scheiden ließen, ehe sie gläubig wurden? « Es sollte keine Frage sein, daß ungesetzliche Scheidungen und Wiederverheiratungen vor der Bekehrung Sünden sind, die vollständig vergeben worden sind (z. B. 1. Kor 6,11, wo Paulus den Ehebruch unter den Sünden nennt, die die Korinther in ihrem früheren Leben begangen haben). Sünden vor der Bekehrung sollten den Gläubigen nicht von einer vollen Teilnahme am Gemeindeleben ausschließen. Eine schwierigere Frage betrifft Christen, die sich aus unschriftgemäßen Gründen scheiden lassen und dann wieder heiraten. Können sie wieder in die Gemeinschaft der Gemeinde aufgenommen werden? Die Antwort basiert darauf, ob Ehebruch oder ein anhaltender Zustand der ursprüngliche Anlaß zu der neuen Verbindung ist. Wenn dieses Paar im Ehebruch lebt, dann müßten sie nicht nur ihre Sünde bekennen, sondern auch ihren gegenwärtigen Partner verlassen. Aber Gottes Lösung für ein Problem ist nie ein solches, das schwierigere Probleme als vorher aufwirft. Wenn, um einen ehelichen Konflikt zu entwirren, Menschen in Sünde getrieben werden, oder Frau und Kinder ohne Geld und Obdach zurückgelassen würden, dann wäre die Heilung schlimmer als die Krankheit. Nach der Meinung des Autors können Christen, die sich unschriftgemäß haben scheiden lassen und dann wieder geheiratet haben, echte Buße von ihrer Sünde tun und wieder in die Gemeinschaft des Herrn und der Gemeinde aufgenommen werden. In Scheidungsfragen liegt fast jeder Fall anders. Deshalb müssen die Ältesten einer Gemeinde jeden Fall einzeln untersuchen und ihn gemäß dem Wort Gottes beurteilen. Wenn einmal Gemeindezucht geübt werden muß, dann sollten sich alle Beteiligten der Entscheidung der Ältesten unterordnen.

William McDonald
Kommentar zum Neuen Testament

Zusammengefasst gibt es also laut Ansicht der meisten bekannten Ausleger folgende Fälle, die eine Wiederheirat erlauben.

  1. Der gläubige Ehebartner ist verstorben.
  2. Der ungläubige Ehepartner will die Scheidung.
  3. Wenn Ehebruch durch einen Partner vorliegt, so darf sich der Betrogene scheiden lassen und ist frei wieder zu heiraten.

3 Kommentare zu „Scheidung und Wiederheirat“

  1. Was ist mit den Menschen, die sich sexuell auf andere eingelassen haben? Oder mit jemandem zusammen gelebt haben? Schwieriges Thema. Oder: Was mit denen, die in der christlichen Szene mit jedem neuen „Versuch“ ins Bett gegangen sind? Sind sie in Gottes Augen nicht ein Fleisch geworden?

    1. Hallo Nina, das ist wirklich ein schwieriges Thema und ich glaube nicht, dass man es pauschal beantworten kann. Bei denen die sich sexuell auf verschiedene eingelassen haben, dürfen nach meinem Bibelverständnis nur diejenigen heiraten, die das vor ihrer Bekehrung getan haben. Darüber hinaus kann ich es nicht beurteilen. Wenn sie mit jemandem zusammen gelebt haben sind sie nach meinem Verständnis an diese Person gebunden als wären sie verheiratet. Deine zuletzt genannte Gruppe ist natürlich ein Fleisch geworden und hat sich damit schwer versündigt. Vermutlich wäre es bei dieser Gruppe am besten, wenn Sie darüber Buße tun und mit der Person zusammen bleiben, die dies gerne möchte. Will dies keiner dieser Sexualpartner könnte es vielleicht sein, dass man sich wie die Person sehen kann, die vom ungläubigen Partner verlassen wurde. Letztlich ist aber jede Geschichte eine andere und muss individuell beurteilt werden. Darum sollte jeder die Vorgeschichte eines in Frage kommenden Partners prüfen und darüber ins Gebet gehen und sich von Gott zeigen lassen, was ER von einem erwartet. Wenn wir seine Kinder sind und seinen Willen tun wollen, dann wird er uns seinen Willen auch zeigen. Der oben stehende Artikel soll ja auch lediglich deutlich machen, dass auch geschiedene unter bestimmten Voraussetzungen erneut heiraten dürfen und deswegen nicht pauschal abgelehnt werden sollten.

    2. Liebe Nina,
      Ich möchte nochmal auf einen anderen, wichtigen Aspekt deiner letzten Frage eingehen. Wenn sich jemand Christ nennt und so eine bewusste Sünde wie vorehelichen Sex begeht, dann hat diese Person noch nicht die volle Erkenntnis des Evangeliums und wohlmöglich noch nie voll Buße getan, oder ist sich nicht bewusst, dass das Sünde ist. Buße heißt ja nicht, weiter in bewusster Sünde zu leben, weil uns “Gott ja eh alle Sünde vergibt”. Nein, bewusste Sünde ist etwas sehr ernstes in den Augen Gottes. Vor allem wenn eine Person weiß, was eigentlich sein Wille ist und dennoch Sünden bewusst weiter tut ist das ein großes Problem. Paulus sagt, es wäre dann so als würden wir Jesus noch einmal ans Kreuz schlagen. Denn wenn wir völlig umkehren (also mit ganzem Verstand, Kraft, Geist und Seele Gott gehorsam sein wollen), uns dann im Wasser und Geist taufen lassen, dann stirbt der alte Mensch und ein neuer Mensch kommt aus dem Wasser, eine wirkliche innere Neugeburt, dessen Körper nun ein Tempel des Heiligen Geistes ist. Wir sind in diesem Moment nicht IN der Sünde gerettet, sondern AUS der Sünde. Durch den Geist gibt der Herr uns Autorität “Nein!” zur Sünde zu sagen (Römer 6). Und die Bergpredigt Jesu ist nun u.a. der Standard den wir nicht nur lesen, sondern TUN sollen. Wir sind seine Jünger, in dem wir TUN was Jesus sagt. Am Ende wenn wir vor Gott stehen und uns für unsere Taten verantworten, wird einzig und allein zählen, ob wir aus Liebe zum Vater seinem Willen gehorsam waren, oder lieber unserem eigenen Willen gefolgt sind. Wenn du jemandem kennst, der also so sein “Christsein” in bewusster Sünde lebt, dann ist es deine Verantwortung (oder die der Leiter der Gemeinde), dieser Person erstmal das ganze Evangelium zu erklären, sodass sie die Möglichkeit hat zu echter Buße und Umkehr zu kommen.
      Auch wiedergeborene Christen sündigen mal, wir sind ja noch nicht voll auferstanden sozusagen und leben noch in einer sündigen Welt. Aber das sollte die Ausnahme sein, nicht die Regel, da uns der Geist in uns immer mehr zu Gehorsam treiben wird aus Liebe zu unserem Vater und Retter, der alles für uns gegeben hat, damit wir errettet werden.
      Jemand, der also vor seiner Bekehrung mit jemandem zusammengelebt/ geschlafen hat, dann darüber ehrlich Buße tut ist neugeboren und alle seine früheren Sünden sind durch das Blut Jesu gerechtfertigt.

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